Wandern im Bergischen Land mit Hund: 7 Touren zwischen Mühlen, Talsperren und Auerochsen

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Sieben Touren durchs Bergische Land, die wir mit Hund empfehlen: von der Runde bei den Auerochsen im Neandertal bis zur Tagesetappe auf dem Panoramasteig. Mit Leinenregeln, Startpunkten und ehrlichen Hinweisen, wo Wasser tabu ist.

Mit Hund im Neandertal wandern

Wandern im Bergischen Land mit Hund heißt: alte Mühlen, Talsperren, die Wupper und Wälder, in denen die Hundenase den ganzen Tag zu tun hat. Hier sind sieben Touren, vom Spaziergang bei den Auerochsen im Neandertal bis zur ausgewachsenen Tagesetappe von 16 Kilometern zum Freilichtmuseum.

Kurz oder lang, mit Burg, Brücke oder Wisent: Such dir aus, worauf ihr heute Lust habt. Länge, Start und das Wichtigste zum Hund stehen bei jeder Tour im Kasten.

Die 7 schönsten Wanderwege im Bergischen Land mit Hund

Neandertal: Rundweg ums Eiszeitliche Wildgehege (1 bis 3 Stunden)

Hier sind wir selbst unterwegs gewesen, und die Runde verbindet genau das, was man sich bei einem Ausflug mit Hund wünscht: Natur, ein bisschen Geschichte und Tiere, die größer sind als jeder Labrador. Im Eiszeitlichen Wildgehege leben Wisente, Tarpane (eine Wildpferderasse) und rückgezüchtete „Auerochsen“, also genau die Tiere, die einst auf der Speisekarte des Neandertalers standen. Dein Hund wird das ähnlich sehen.

Für den großen Rundweg rechnet das Museum mit zwei bis drei Stunden. Er ist steiler und führt teils durchs Gelände, rechne also mit Stufen und ein paar steilen Stücken. Kleine oder ältere Hunde sind auf dem kleinen Rundweg besser aufgehoben: Er läuft eben an der Düssel entlang und dauert etwa eine Stunde. Die Gehege sind großzügig, die Tiere also nicht immer direkt am Zaun. Im Herbst darfst du Kastanien und Eicheln sammeln und vor einem der Ställe ablegen, die Wisente bekommen sie über den Winter.

Und dann ist da noch das Museum: Am „Doggy Day“ dürfen Hunde mit ins Neanderthal Museum, laut Museum jeden ersten Freitag im Monat von 14 bis 18 Uhr. Schau vorher kurz auf der Museumsseite, ob der Termin noch gilt. Welche Museen in NRW sonst noch mit Hund funktionieren, steht in unserem Artikel zu Museen in NRW mit Hund.

Quelle: Kreis Mettmann, Besucherinfo Wildgehege

Müngstener Brücke: Runde ab dem Brückenpark (ca. 6 km)

Die Müngstener Brücke ist mit 107 Metern Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke, und am besten wirkt sie von unten. Wir sind vom Brückenpark aus an der Wupper entlanggelaufen, etwa sechs Kilometer, ohne den Aufstieg zu Schloss Burg. Für eine Runde am Nachmittag reicht das völlig, und dein Hund hat die ganze Zeit Fluss und Wald zum Beschnuppern.

Müngstener Brücke über der Wupper
Die Müngstener Brücke ist sehr beeindruckend und eines unserer liebsten Ausflugsziele

Wer nach der Runde noch Energie hat, hängt den Wupperweg an. Teilstück 8 führt ab Müngsten über Schloss Burg bis zum Wipperkotten, 12,5 Kilometer mit Burg, alten Schleifkotten und viel Fluss (Wupperverband). An Wochenenden kann es auf der Burg sehr voll werden, wenn du und dein Hund es also lieber ruhiger mögt, habe das im Hinterkopf.

Dhünntalsperre: Rundweg D2 „Über Berg und Tal“ (9,4 km)

Die Große Dhünntalsperre ist die größte Trinkwassertalsperre im Westen Deutschlands, ihr Wasser landet später in den Leitungen der Region. Deshalb gibt es hier Aussicht statt Abkühlung, und die Aussicht lohnt sich.

Der Rundweg D2 „Über Berg und Tal“ startet am Wanderparkplatz Dahl/Kleinklev bei Wermelskirchen und gehört zum Wegenetz „Dhünnhochfläche“ mit 14 markierten Touren. Unterwegs quert der Weg einen Bach, steigt wieder an, und dann öffnet sich der Blick nach Osten auf die Talsperre.

Bensberger Schlossweg (10,1 km)

Der Bensberger Schlossweg ist ein Bergischer Streifzug für alle, die beim Wandern gern auf Gebäude gucken. Los geht es am Rathaus Bensberg, das im Volksmund „Affenfelsen“ heißt und von Gottfried Böhm stammt. Ein paar Schritte weiter steht Schloss Bensberg, einst Jagdschloss von Jan Wellem, heute Hotel.

Danach wird es grüner: Der Weg führt ins Milchborntal mit seinem Weiher, an der Grube Cox vorbei zu Schloss Lerbach und zur Erdenburg. Zurück am Rathaus wartet noch das Bergische Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe, dein Hund wartet in der Zwischenzeit vermutlich lieber auf einen Snack.

Quelle: Stadt Bergisch Gladbach, Flyer 2024

Neanderland-Steig Etappe 5: Von Nierenhof nach Velbert (14,6 km)

Der neanderland STEIG umrundet in 17 Etappen den ganzen Kreis Mettmann, also das Niederbergische Land am Übergang zum Ruhrgebiet. Etappe 5 „Weitblicke & Schlösserstadt“ zeigt genau diese Grenzlage: Erst geht es durch Wald hinauf zu einem weiten Blick über das Ruhrgebiet, ein Stück der Strecke liegt sogar auf Essener Stadtgebiet. Danach wird es ruhig, durch das Asbachtal, das Rosenbachtal und den Langenhorster Wald bis nach Velbert.

In Velbert liegt einen Kilometer abseits das Deutsche Schloss- und Beschlägemuseum. Das passt zur „Schlösserstadt“ im Etappennamen, gemeint sind allerdings Türschlösser.

Quelle: neanderland.de, Etappe 05

Eifgenbachweg: Mühlen, Märchen und ein Bach zum Anschauen (14,9 km)

Der Eifgenbachweg folgt einem Bach, der von Wermelskirchen nach Altenberg mäandert, vorbei an mehr Mühlen, als dein Hund Bäume markieren kann. Die Berger Mühle gilt als eines der ältesten Fachwerkhäuser im Bergischen Land, dazu kommen Neuemühle, Rausmühle und Markusmühle, die Reste eines alten Hammerwerks und die Eifgenburg. 14 Infotafeln erzählen unterwegs von Mühlen, Sagen und einem großen Brand.

Der Bach ist die Hauptattraktion, und der Weg läuft überwiegend auf naturnahen Waldwegen. In der Rausmühle mit Biergarten lässt sich die Pause gut verlängern.

Quelle: Das Bergische, Eifgenbachweg

Bergischer Panoramasteig Etappe 1: Bis zum Freilichtmuseum Lindlar (16,1 km)

Der Bergische Panoramasteig umrundet auf 244 Kilometern und 12 Etappen den Naturpark Bergisches Land, und Etappe 1 ist ein guter Einstieg. Von Engelskirchen-Ründeroth im Aggertal geht es entlang von Bächen hinauf ins „steinreiche“ Lindlar, wo seit rund tausend Jahren Grauwacke abgebaut wird. Mit gut 16 Kilometern und rund 460 Höhenmetern ist das eher etwas für Hunde mit Kondition.

Das Ziel lohnt sich: Die Etappe endet am LVR-Freilichtmuseum Lindlar, und dort sind Hunde ausdrücklich willkommen, an der Leine und nicht in den Gebäuden. Auf dem Gelände stehen alte Höfe und Werkstätten, und es leben dort Nutztiere wie das Deutsche Weideschwein und Bergische Kräher. Kurze Leine ist also eine gute Idee. Und weil es auf dem Gelände keine Mülleimer gibt, trägst du den Kotbeutel bis zum Ausgang. Das Museum weist selbst darauf hin.

Quelle: LVR-Freilichtmuseum Lindlar, Häufige Fragen

Welche Tour passt zu deinem Hund?

Für einen kurzen Ausflug oder mit Kindern passen das Neandertal und die Runde an der Müngstener Brücke. Im Neandertal bist du mit der kleinen Runde in etwa einer Stunde durch, an der Müngstener Brücke sind es rund sechs Kilometer. Beide haben Einkehr in der Nähe und genug zu gucken, damit niemand fragt, wie weit es noch ist. Im Neandertal solltest du nur die Treppen auf der großen Runde einplanen.

Für einen halben Tag sind der Rundweg D2 an der Dhünntalsperre und der Bensberger Schlossweg richtig, beide um die zehn Kilometer und als Runde ohne Rückfahrt. Etappe 5 des Neanderland-Steigs, der Eifgenbachweg und der Panoramasteig sind Streckenwanderungen, plan also vorher, wie du zum Start zurückkommst. Für ältere oder sehr kleine Hunde sind sie oft zu viel, für junge Energiebündel genau das Richtige.

Häufige Fragen

Wo gilt Leinenpflicht, und wo darf mein Hund ins Wasser?

In NRW gilt im Wald abseits der Wege und in Naturschutzgebieten Leinenpflicht, und viele Touren hier laufen durch Naturschutzgebiete. Dort sind Bäche und Seen für Hunde tabu, an der Großen Dhünntalsperre als Trinkwassertalsperre sowieso.

Darf ich mit Hund ins Freilichtmuseum Lindlar oder ins Neanderthal Museum?

Ins LVR-Freilichtmuseum Lindlar ja, angeleint und nur auf dem Gelände, nicht in den Gebäuden. Ins Neanderthal Museum dürfen Hunde am „Doggy Day“, laut Museum jeden ersten Freitag im Monat von 14 bis 18 Uhr. Ans Wildgehege nebenan kommt dein Hund ohne Eintritt mit, an der Leine.

Welche Wanderung im Bergischen Land ist mit Hund am kürzesten?

Der Rundweg ums Eiszeitliche Wildgehege im Neandertal. Die kleine Runde läuft eben an der Düssel entlang und dauert etwa eine Stunde. Die große Runde braucht zwei bis drei Stunden und hat Treppen und steile Stücke.

Fazit

Das Bergische Land ist eine Gegend mit Wegen für jede Kondition, viel Wald und erstaunlich vielen Dingen, an denen man schnuppern kann. Wenn du nur eine Tour machst, nimm das Neandertal: kurz, abwechslungsreich, und dein Hund wird die Auerochsen nicht so schnell vergessen.

Regeln für Naturschutzgebiete und Museen ändern sich. Prüf sie vor der Tour bei den Gemeinden und Museen. Stand: Oktober 2026.

Zugehöriges Ziel

  • Weißer Schäferhund auf einer Wiese bei Sonnenuntergang

    Nordrhein-Westfalen

    Bergisches Land

    Hügel, Wasser, Fachwerk – hier gibt es für jede Hundenase was zu bergen.

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